Altenwohnheim Oberndorf

Auszug TT.com (Tiroler Tageszeitung) vom 21.04.11

30 Architektenbüros buhlen um Altenheimplanung

In Oberndorf soll das zweite Altenheim des Pflegeverbands St. Johann entstehen. Nun wurden die Architekten zu einem Wettbewerb geladen.

Oberndorf – Großer Andrang herrscht beim geplanten Alten­wohnheim in Oberndorf, aber vorerst nicht von den zukünftigen Bewohnern, sondern von Architekten. Nicht weniger als 93 von ihnen buhlten um die Planungsarbeiten für das Projekt. Kürzlich hat der Verband nun eine Vorselektion durchgeführt und es sind letztlich 30 übrig geblieben. Diese stellen­ sich am 5. und 6. Juli einer Jury, welche den Sieger in dem Architektenwettbewerb küren wird. „30 sind immer noch recht viele, das wird für die Jury sicher schwierig, aber wir erhoffen uns dadurch auch viele verschiedene Ideen und Lösungsansätze“, erklärt Oberndorfs Bürgermeister Hans Schweigkofler.
Der Pflegeverband St. Johann verfügt derzeit über 62 Plätze im Altenheim in St. Johann, mit einem zweiten Haus soll die Kapazität fast verdoppelt werden. In Oberndorf ist ein Haus mit 60 Einheiten geplant, zum Teil Pflegebetten und auch Wohneinheiten. Es beteiligen sich an dem Projekt die sieben Gemeinden Oberndorf, St. Johann, Reith, Going, Waidring, Kirchdorf und Jochberg. „Die Zwei-Haus-Lösung hilft allen, Geld zu sparen. So wird die Verwaltung von St. Johann aus geführt und auch das Essen­ kommt vom Krankenhaus St. Johann“, schildert der Bürgermeister.
Nach dem Architektenwettbewerb starten die Detailplanungen und im Frühjahr 2012 soll der Spatenstich erfolgen. Als Einzugstermin erhofft sich Schweigkofler den Frühling 2013. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen zehn Millionen Euro, davon werden zwei Millionen von den Gemeinden aufgebracht, 3,2 Millionen kommen vom Land Tirol und 4,8 Millionen kommen von der Wohnbauförderung. Gebaut wird das Gebäude in der Nachbarschaft der Volksschule, „und somit in direkter Zentrumsnähe“, wie der Ortschef betont.
Mit dabei ist auch die Gemeinde Kirchdorf, diese verfügt derzeit über ein kleines Altenheim mit 13 Betten. Gerüchte, wonach die beliebte Betreuungseinrichtung schon bald geschlossen werden soll, dementiert Bürgermeister Ernst Schwaiger. „Wir haben uns an dem Projekt in Oberndorf eingekauft, aber trotzdem wollen wir unser Haus vorerst nicht schließen“, versichert Schwaiger gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Man wolle sich erst ansehen, wie das Projekt in Oberndorf läuft und erst dann entscheiden. Ebenfalls weiterhin Betten im Ort halten will man auch in Jochberg, dort arbeitet man ein einem neuartigen Betreutes-­Wohnen-Projekt.
Von Harald Angerer



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